Unsere Schule

50 Jahre LUS

In der Chronik unserer Schule liest man in einem Zeitungsartikel des Gießener Anzeigers vom 16.04 1959, „…daß es sich wohl hier um die schönste der Gießender Volksschulen handelt. Abgesehen von der günstigen Lage am Stadtrand in der Nähe des Berkwerkwaldes und von der schönen Anlage der Schule selbst (Pausenhalle, Grünanlagen, großer Schulhof) werden die Schüler in modernen, hellen und freundlichen Räumen unterrichtet. Diese Äußerlichkeiten dürften auch nicht ohne Einfluß auf den inneren Geist der Schule bleiben.“ 

Schon im Herbst 1958 konnten die ersten Klassen in der neu gebauten Südschule einziehen. Die Bauarbeiten waren jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Es fehlten Klassenräume und die Turnhalle. Erschwerend kam ebenfalls hinzu, dass es anfangs keinen Schulleiter gab und dringend benötigte Lehrerstellen noch nicht besetzt waren. Die kommissarische Leitung wurde von Herrn Muth übernommen. Im Laufe des Jahres 1959 bekam die Südschule dann ihren neuen Rektor: Hans Kuster übernahm die Leitung. Herr Richard Albert wurde zum Konrektor ernannt.

Im April 1959 konnten schon 17 Klassen die neuen Räumlichkeiten nutzen. Insgesamt wurden hier nun 695 Kinder von der ersten bis zur siebten Klasse unterrichtet. Das Kollegium bestand aus 16 Lehrerinnen und Lehrern. Zum zweiten Halbjahr sollten noch zwei achte Schuljahre hinzukommen.

Nicht nur die Räumlichkeiten waren anfangs noch nicht fertiggestellt, es fehlten auch noch Etatmittel für die Beschaffung dringend erforderlicher Lehrmittel für den Unterricht und die Einrichtung der Klassenzimmer. Daraus entstand die Idee, einen Förderkreis ins Leben zu rufen, der durch freiwillige Spenden und Beiträge die Schule unterstützen wollte. Dieser Förderkreis konnte im Oktober 1959 gegründet werden. Die erfolgreiche Arbeit der Eltern kommt unserer Schule also schon über 50 Jahre zugute.

Zur Einweihung der Südschule kam es schließlich erst am 19. Oktober 1960. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schule bereits 811 Schüler, die von 19 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet wurden. Laut eines Artikels der Gießener Freien Presse vom 20.10.1960 blieb „die Klassenstärke… mit durchschnittlich 40 Kindern in vernünftigem Rahmen.“

Da die Turnhalle nun fertiggestellt war, konnten 1960 die neuen Erstklässler zum ersten Mal hier bei einer Begrüßungsfeier willkommen geheißen werden. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Zu den Besonderheiten der Schule gehörten schon von Beginn an die Landschulaufenthalte auf den Kniebis im Schwarzwald. Diese Fahrten wurden ab 1960 regelmäßig durchgeführt und sind wohl vielen ehemaligen Schülerinnen und Schülern als schöne Erinnerung im Gedächtnis geblieben.

Herr Kuster wurde 1962 bereits wieder verabschiedet, da dieser das Amt eines Schulrates übernommen hatte. Die nächsten fünf Jahre wurde die Schule von Otto Strauch geleitet.

Im Dezember 1963 wurde die Südschule in Ludwig-Uhland-Schule umbenannt. Die Feierstunde dazu war allerdings erst am 22. Februar 1964. Das Wandbild an einem der Gebäude entstand ebenfalls 1963. Es war das größte Wandbild Oberhessens und wurde von Walter Kröll geschaffen.

Von 1968 bis 1976 führte Herr Weigel die Schule weiter. Sein Nachfolger Herr Werner leitete die LUS rund 28 Jahre und war somit der Schulleiter, der die Schule im Laufe ihrer Geschichte am längsten prägte und mitgestaltete. Die Konrektorenstelle war während dieser Zeit hauptsächlich von Herrn Wolf besetzt. Er übte das Amt von 1976 bis 1988 aus. Von 1988 bis 2000 arbeitete Herr Groh mit in der Schulleitung. Frau Sittner war schließlich bis 2003 Konrektorin an der Ludwig-Uhland-Schule.

Ab 1970 wurde die Ludwig-Uhland-Schule in eine Grundschule mit Förderstufe umgewandelt. Die letzte Realschulklasse machte 1974 ihren Abschluss.

Die Förderstufe war sehr erfolgreich. In den Klassen herrschte ein hohes Lernniveau. Aus bis zu 22 Grundschulen im Umland kamen Kinder, um hier die fünfte und sechste Klasse zu besuchen. Die hohen Schülerzahlen machten es erforderlich, dass Lehrer von der Liebigschule an die LUS abgeordnet wurden. Teilweise unterrichteten bis zu 42 Lehrerinnen und Lehrer an der Schule.

In den 80er Jahren entstand die Idee der aktiven Spielpause. Der Mangel an Sportstunden führte dazu, eine tägliche Bewegungszeit einzurichten. Dieses Projekt wurde damals von der Universität begleitet. Spiel- und Klettergeräte sowie Tischtennisplatten wurden für den Pausenhof angeschafft. Zudem gab es nun einen Klassensatz Fahrräder für die praktische Übung in der Verkehrserziehung.

Aber nicht nur die Spielgeräte und die Umgestaltung des Pausenhofes ließen die Schule immer mehr zum Lern-und Lebensbereich der Kinder werden. Ende der 80er Jahre schmückten Geranienkästen die Fenster der unteren Klassenzimmer. Gepflegt wurden die Blumen durch die jeweiligen Klassen. In den Ferien kümmerte sich der damalige Hausmeister um die Blumen. Außerdem wurden in den Klassen Aquarien aufgestellt, die der Förderkreis finanziert hatte.

1986 gewannen Frau Frommelt und Herr Fischer, zwei ehemalige Kollegen, den Schülerwettbewerb „Freundliche Schule“. Insgesamt konnten dadurch 12000 DM für die Gestaltung der Schule eingesetzt werden. So wurden alle Klassenräume mit Sitzbänken und Regalen ausgestattet. Schülerinnen und Schüler der Brüder Grimm Schule zimmerten dieses Mobiliar. Die Bänke werden heute noch als Sitzkreis in den Klassenzimmern genutzt.

Besonders hervorzuheben ist auch, dass auf die Initiative von Herrn Werner der erste Hort in Gießen entstand, der für die Betreuung der Kinder vor und nach dem Unterricht zuständig war. Gemeinsam mit Frau Passarge, der damaligen Frauenbeauftragten, setzte er sich dafür ein, die leer stehenden Räumlichkeiten der LUS als Horteinrichtung zu nutzen. Die Stadt stellte dazu die Betreuerinnen. Das Mittagessen wurde organsiert und eine Hausaufgabenzeit eingerichtet. In der ersten Gruppe nutzten 18 Kinder dieses Angebot. (Das Essen wird übrigens auch heute noch von Zaug geliefert.)

Während der langjährigen Leitung von Herrn Werner entstand eine Theater-AG und der Chor wurde gegründet. Außerdem waren die 80er und 90er Jahre geprägt von Sportfesten mit Siegerehrungen und großen Schulfesten, die seit 1978 im Zweijahresrhythmus stattfanden. Hier gab es erfolgreiche Theateraufführungen (1978 musste „Der Student aus Paris“ fünfmal aufgeführt werden!), lustige Sportvorführungen in der Turnhalle, Spiele auf dem Schulhof und Kunstausstellungen mit den Werken der Kinder. Eine besondere Attraktion ist die von Herrn Werner entwickelte Bonbon-Wurfmaschine gewesen.

Ganz besonders wurde natürlich 1985 das 25jährige Jubiläum der LUS gefeiert. Es gab einen großen Festakt. Zudem machte die gesamte Schule eine Bahnfahrt von Bad Nauheim zur Münzenburg. Auch gab es eine große Kunstausstellung mit den Werken der Kinder in der Kongresshalle.

Besonders hervorgehoben wurde von Herrn Werner das große Engagement der Elternschaft, denn ohne deren Unterstützung hätten die Schulfeste in diesem Umfang nicht stattfinden können.

Sport wurde an der LUS immer gefördert. Schwimmwettkämpfe konnten meistens gewonnen werde. Aber auch in anderen sportlichen Bereichen wurden immer wieder Pokale errungen.

Ende der 90er Jahre wurde durch den Förderkreis die Küche eingerichtet, die nun besonders in der Vorweihnachtszeit von den Klassen genutzt wurde. Hier fanden allerdings auch regelmäßig Feste des Kollegiums statt.

2003 konnte an unserer Schule die Schülerbücherei eingeweiht werden. Einen Computerraum gibt es seit 2002.

Unsere Schule hat sich im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt. Viel Neues ist dazugekommen, aber auch einiges Bewährtes geblieben.

Also dann, auf die nächsten 50 Jahre, in denen wir auch weiterhin einen positiver Einfluss auf den „inneren Geist“ der Schule nehmen möchten.