Konzept Anfangsunterricht

Das vorliegende Konzept des Anfangsunterrichts beinhaltet die Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit in den Klassenstufen 1 und 2 der Ludwig-Uhland-Schule   Gießen. Im schuleigenen Konzept des Anfangsunterrichts finden sich die vier Leitziele der Schule wieder:

L = Lernen lernen

U = Unterstützung geben

S = Selbstwirksamkeit entwickeln

G = Gemeinschaft leben

 

L = Lernen lernen

Lernen ist ein individueller Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten. Im Anfangsunterricht der Ludwig-Uhland-Schule werden Formen der Individualisierung und Differenzierung durch das Praktizieren offener Unterrichtsformen sowie Tages- und Wochenplanarbeit, Freiarbeit oder das Lernen an Stationen umgesetzt. Diese ermöglichen eine kontinuierliche Beobachtung der Lern- und Entwicklungsschritte der Kinder, um sie in ihren Kompetenzen individuell zu fördern. Von Anfang an lernen die Kinder verschiedene Arbeitsformen und Methoden. Im Rahmen einer Kontingentstundentafel findet Unterricht in anderen Taktungen, als der 45-Minuten-Stunde statt und ermöglicht so allen Kindern eine intensive, kontinuierliche und zeitlich flexible Vertiefung von Lerninhalten.

 

Das Lesen- und Schreibenlernen wird an der Ludwig-Uhland-Schule als eigenständiger Lernprozess durch das Kind begriffen. Im Mittelpunkt steht dabei der Begriff der Literalität, der schriftsprachliche Handlungskompetenz und die Fähigkeit zum sinnentnehmenden Lesen beschreibt. Am Anfang nimmt die Entwicklung der phonetischen Bewusstheit großen Raum ein und erste Texte werden mithilfe der Anlauttabelle verfasst. Von Beginn an werden Rechtschreibstrategien mit den Kindern besprochen – beispielsweise mit dem „Wort des Tages“ bzw. „Satz des Tages“. Kinder erkennen so in zunehmendem Maße die Regelhaftigkeit der Schriftsprache. Der Prozess des Erlernens einer orthographisch korrekten Schreibweise ist mit dem Ende der Grundschule nicht abgeschlossen.

 

Die Kinder lernen die Grundschrift-Druckschrift, aus der sich eine individuelle Verbundschrift entwickeln lässt. Im Mathematikunterricht steht, so wie in allen anderen Fächern auch, das handlungsorientierte Lernen im Mittelpunkt. Viele Inhalte werden in Projekten erarbeitet. Vom ersten Schultag an zählen die Kinder gemeinsam die Schultage, wodurch eine praktische Einsicht in den Aufbau des Dezimalsystems angebahnt wird. Im Sachunterricht steht das forschend-entdeckende Lernen im Vordergrund. Lebensnahe Erfahrungen, Exkursionen, Expertenvorträge im Unterricht und das Durchführen von Experimenten sind hier wesentliche Bausteine.

 

U = Unterstützung geben

Jedes Kind in der Ludwig-Uhland-Schule erfährt vom ersten Schultag an, dass es Unterstützung erhalten und geben kann. Lernunterstützende Anschauungsmaterialien dienen dazu, Lerninhalte besser zu verstehen und zu festigen. Die Lehrerinnen und Lehrer stehen jedem Kind als Lernbegleitende unterstützend zur Seite. In Klassendiensten und im Klassenrat übernehmen die Kinder Verantwortung. Als Helferkind bzw. Experte lernen sie, anderen Kindern zu helfen und sie zu unterstützen.

 

Die Ludwig-Uhland-Schule arbeitet zusammen mit Giessener Kindertagesstätten im Netzwerk Sprache mit. Dieses Netzwerk trägt dazu bei, dass der Übergangsprozess von der Kindertagesstätte in die Schule so gestaltet wird, dass Kontinuität erkennbar und erlebbar wird. Jedes Kind soll die Unterstützung bekommen, die es braucht und dies frühzeitig zu erkennen, ist ein Ziel der Netzwerkarbeit.

 

S = Selbstwirksamkeit entwickeln

Selbstwirksamkeit kennzeichnet die persönliche Überzeugung, schwierige Anforderungen aus eigener Kraft meistern zu können. Je früher Kinder lernen, ihre Selbstwirksamkeit zu entwickeln, desto leichter werden ihnen alle Herausforderungen fallen, die das Leben bereit hält. Wichtig sind klare Regeln. Sie vermitteln Sicherheit und geben Orientierung. In der Ludwig-Uhland-Schule lernen die Kinder von Anfang an Regeln zum respektvollem Umgang miteinander, Gesprächsregeln (Reden und Zuhören), Pausenregeln etc. kennen. Diese Absprachen bilden die Grundlage für eine positive Lernumgebung und führen die Kinder an ein gutes Selbstkonzept heran.

 

G = Gemeinschaft leben

In der Ludwig-Uhland-Schule leben und lernen alle Kinder in der Klassengemeinschaft, der Gemeinschaft innerhalb eines Jahrgangs und der gesamten Schule. Der Schülerrat ist ein demokratisches Mitbestimmungsinstrument zur Gestaltung des Schullebens, in dem sich Vertreter aller Klassen regelmäßig austauschen. Rituale spielen im Schulalltag eine große Rolle: Der gemeinsame Morgenkreis, das Klassentagebuch, das Zählen der Schultage etc. werden vom ersten Schultag an eingeführt und prägen das Miteinander im Klassenverband. Kooperative Spiele, Lieder und Rhythmen werden gelernt und bereichern den Schulalltag und die verschiedenen Feste, die gemeinsam gefeiert werden.

 

Ein großes Ereignis ist das 100-Tage-Fest, das die Schüler der Ludwig-Uhland-Schule am 100. Schultag feiern. Am ersten Schultag werden die neuen Schulkinder feierlich von der gesamten Schulgemeinde mit einem großen Spalier empfangen. Ein Höhepunkt ist die Wanderung aller Schulkinder und Lehrer zum Schiffenberg (im Zweijahresrhythmus). Auf solche Erlebnisse wird in der Ludwig-Uhland-Schule großen Wert gelegt, damit jedes Kind sich vom ersten Schultag an als Teil der Schulgemeinschaft versteht.

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